Wir sind begeistert. Das Theaterstück war restlos ausverkauft. Den Live Mitschnitt können Sie am 14. Dezember 2025 um 15 Uhr im Braker Centraltheater (online Buchung hier) oder demnächst auf dieser Seite erleben.
Anna Rüdebusch, genannt die Große Anna, wurde im Februar 1637 auf dem Hof in Golzwaderwurp ermordet, nachdem sie aus der Haft entführt worden war. Noch immer erinnert eine Gedenkinschrift auf einer Sandsteinstele, dem so genannten Mordstein, auf der Hofstelle an das Verbrechen. Um die genauen Umstände des Mordes ranken sich bis heute Legenden. Auch Helmut Heyen hat 2021 einen fiktiven Roman dazu veröffentlicht. Im Rahmen des Kulturprojektes "Die Große Anna" soll hierzu ein bewegendes Theaterstück am Originalschauplatz aufgeführt werden. Und nicht nur das: es gibt auch einen True Crime Schreibwettbewerb und neue Blickwinkel und Chroniken.
Inschrift
ANNO 1637 IM FEBRUA
RIO IST ANNA RUDEBUSCH
SONST DIE GROSSE ANNA
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[…] ERMORDET WORDE
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Auszug aus dem
Denkmalatlas
Hochrechteckige, mit drei Segmentbögen schließende Sandsteinstele. Auf der Vorderseite moralisierende, an das Jüngste Gericht erinnernde Inschrift und Relief eines Totenschädels. Auf der Rückseite Gedenkinschrift für die 1637 hier ermordete Anna Rudebusch, deren Mord erst 1651 aufgeklärt werden konnte. Der Stein offenbar 1651 oder kurz danach zur Sühne aufgestellt, später entfernt und in jüngerer Zeit in einem Graben wiedergefunden.
Der sogenannte Mordstein vor dem Hof Golzwarderwurp 12 hat eine geschichtliche Bedeutung für die Ortsgeschichte und aufgrund seines Zeugnis- und Schauwertes für die Geistes- und Frömmigkeitsgeschichte des 17. Jhs., daher liegt seine Erhaltung im öffentlichen Interesse.
Das Theaterstück
Anna Rüdebusch – War es ihr Schrei, der jäh die Stille der Nacht auf dem Hof auf dem Golzwarderwurp zerriss? – Und wenn ja, wie endete das junge Leben einer Frau, die trotz der unwirtlichen Lebensbedingungen in der Wesermarsch vor 400 Jahren eine glückliche Zeit auf diesem Hof verbrachte? Noch heute zeugt dort ein Mordstein von einem Verbrechen, das lange Zeit unentdeckt und ungesühnt blieb. Aber wer hat ihn dort aufgestellt und warum?
Wir sind begeistert:
Das Theaterstück war restlos ausverkauft. Im Braker Centraltheater zeigen wir einen Live-Mitschnitt am 14.Dezember 2025 um 15.00 Uhr. (Online Buchung hier)
Der True Crime Schreibwettbewerb
Wenig hat in den letzten Jahren so an Popularität gewonnen wie True Crime. Auch für Jugendliche gibt es immer mehr Podcasts und Serien, deren Schaurigkeit sich besonders dadurch auszeichnet, dass sie skandalös und eben wahr sind. Wenn sich Verbrechen dann noch paart mit mysteriösen Umständen und einer bestechenden Regionalität – ein Mordstein direkt vor der Haustür - sind der Fantasie keine Grenzen mehr gesetzt.
Deswegen fand im zweiten Halbjahr 2024/25 am Gymnasium Brake ein Schreibwettbewerb zu genau diesem Mordstein statt, bei dem sich Schüler:innen ab dem siebten Jahrgang ihrem Interesse an menschlichen Abgründen und ihrer Faszination für Verbrechen widmen und kreative Texte dazu produzieren konnten.
Hier können Sie sich jetzt mitgruseln:
Sammlung
Hier sammeln wir regional- und kunsthistorische Beiträge und weitere fiktionale Erzählungen und Texte zu Anna Rüdebusch. Viel Freude beim Lesen.
Die Hofanlage
Die Hofanlage liegt auf einer Wurt und ist von drei Seiten von einer Graft umgeben. Die Anlage besteht aus einem Hallenhaus von 1773 sowie einer Scheune und einem Stall, die 1865 errichtet wurden. Im Jahr 2018 haben Annette und Michael Haaken das unter Denkmalschutz stehende Ensemble übernommen und Stück für Stück hergerichtet. Den umliegenden Garten und die Blühwiesen haben sie nachhaltig und biodivers gestaltet. Hier haben sich die Initiatoren des Kulturprojektes ANNA 25 im Juni 2024 zum ersten Mal getroffen.
Kontakt
Hofanlage
Der Gedenkstein kann jederzeit besichtigt werden.
Annette und Michael Haaken
Golzwarderwurp 12
26919 Brake
Veranstalter
Georg von der Vring-Gesellschaft e.V.
info@mord-stein.de